Event Review

Play ‘Ard in Tirana Review

Albanien.
“Albanien? Wo war das nochmal?” – “Unten rechts.”
Geografie war noch nie wirklich meine Stärke, und mit Albanien hatte ich endlich einmal ein Land gefunden, das den anderen ebenso unbekannt war, wie mir. Und das machte mein erstes EESTEC-Abenteuer umso spannender.
Natürlich hatte ich meinen Workshop nicht nach Un-Bekanntheitsgrad ausgewählt. Die Balkan-Region fand ich schon immer spannend.. Mit ihrem leicht Südländischen Flair und der meist lebensbetonenden Kultur – das jedenfalls wagte ich mir auch in Tirana zu erhoffen und meine Hoffnungen wurden um ein Vielfaches übertroffen! Das Thema des Workshops, Arduino – genau mein Steckenpferd. Privat hatte ich schon ein bisschen mit diesen Mikrokontrollern herumgespielt, aber so richtig hatte ich noch kein Projekt damit fertiggestellt.

Tirana ist die Hauptstadt Albaniens, der einzige zivile Flughafen des relativ kleinen Landes liegt dort, und was ist besser geeignet ein Land kennen zu lernen, als in seine Hauptstadt zu reisen?
Die Vorbereitung auf diesen Workshop war verwirrend.. Zu allererst habe ich in den Untiefen der Eestec-Homepage die Email-Adresse der Tirana Eestec’er ausfindig gemacht, um ihnen meine Bewerbung zu schicken.. -.- Ein paar Tage später erfahre ich dann, dass ich das doch rein über die Funktionen der HP machen sollte, also anmelden – und das ganze nochmal. Eestec war für mich damals ganz neu, das ganze System schien etwas unübersichtlich und unpersönlich. Umso mehr freute ich mich, als mir dann nicht nur die Homepage, sondern auch einer der Tiraner persönlich die Einladung per mail schickte.

Ein Tipp für “Neulinge”: Haltet Kontakt mit dem/der Chairperson for External Affiars / Contact Person. Die haben den Plan 🙂

Albanian Insights:
Albaniens Währung ist der Lek – der NEUE Lek! Denn Albanien hat seine Währung in den letzten Jahren irgendwann reformiert, seitdem ist das gleiche Geld das zehnfache wert. Lustig werden diese Verwirrungen, wenn man dann in einem Café steht, und plötzlich dreitausendfünfhundert Lek für seinen Kaffee bezahlen soll. Denn die Albaner lieben es, die alten Preise zu nutzen, und sie dann aber mit einem zehntel in der neuen Währung zu bezahlen. Dreitausend hört sich natürlich viel epischer an, und wer zahlt denn bitte nicht gerne zehnmal weniger als verlangt?
Aber das ist noch nicht das Einzige: Der Lek existiert nur in Albanien! Ich wollte am liebsten schon mit ein paar Lek in der Hand in Albanien ankommen, also ging ich zur Reisebank, um etwas einzutauschen. Dort erfuhr ich, dass man außerhalb Albaniens den Lek nicht kaufen kann. Auch die Weltbank, die zu allen möglichen und unmöglichen Währungen die Wechselkurse wissen, verweisen einen beim Lek auf die albanische Landesbank.
Wechseln in Tirana war kein Problem, und die Wechselstuben hatten sehr faire wechselkurse. Aber auch Euro haben die Albanier gerne genommen – alles kein Problem!

Als ich in Tirana landete, wurde ich schon von zwei Organizern und noch zwei Teilnehmern erwartet, und ab diesem Moment wurde ich nicht mehr aus den Augen gelassen. Die Tiranaer Eestecer nahmen ihre Rolle als Gastgeber sehr ernst und passten auf uns Teilnehmer sehr gut auf. Nie hatte ich das Problem, mich alleine verständlich machen zu müssen, nie das Bedenken in dieser Stadt verloren zu gehen.

Ich war schon einen Tag vorher gekommen – aus Versehen, da ich von “Sonntag bis Sonntag” ausgegangen war. “Alles kein Problem!” – Die Hälfte der Teilnehmer kam schon Sonntag an, und so konnten wir schon “vor” der ganzen Woche uns entspannt kennen lernen, die Pyramide besteigen, und in aller Ruhe ankommen.

Montag:
Offizieller Anreisetag. Die Zimmer wurden noch einmal gründlich durchmischt, die Leute aus den jeweils selben Ländern möglichst getrennt, um einer Grüppchenbildung vorzubeugen.
Gefühlt haben wir die halbe Stadt durchlaufen, und immer wieder Zuwachs zur Gruppe begrüßt. Einen Tag früher ankommen kann so entspannend sein!
Sich sonnen, Eis essen, die ersten Restaurants testen. Mann, ist das Essen günstig!
Das Essen scheint auf den ersten Blick wie ein guter Mix aus italienischem und türkischem Essen. Ein paar Namen kennt man aus Kroatien, und so findet man sich schnell zurecht.

Dienstag:
Aufstehen um ..früh. Natürlich früh! Wir sind bei EESTEC, wir wollen unsere Zeit schließlich richtig nutzen!
Die Deutschen fallen auf. Natürlich sind wir nicht die einzigen, die pünktlich bereit für den Tag sind, aber die anderen achten eben mehr darauf.
Zum Glück sind wir nur zu zweit, und allgemein ist die Gruppe gut durchgemischt, sodass man jeden als Einzelperson kennen lernen kann. Auch mit Renée, dem anderen Deutschen, habe ich mich gut verstanden. Auf englisch natürlich, wenn wir in der Gruppe waren. “English, picka!”, jeder soll jeden verstehen können und so nehmen wir vor allem die vielen Teilnehmer auf den Arm, die sich das Serbisch sprechen nicht verkneifen können.
Am Abend trafen wir in dem Gebäude einer privaten Uni auch den Professor, der uns in unserem Workshop begleitete, und lernten die ganze Gruppe der Organisatoren und Teilnehmer bei Gruppenspielen und Snacks kennen.
Und dann..
..begann der beste Teil meines Workshops. Direkt vor dem Gebäude, auf dem Parkplatz direkt an der gemütlichen, kleinen Innenstadtstraße, stellte ein DJ seine Anlage auf und wir begannen eine entspannte Straßenparty, wie ich sie nur aus Filmen kannte.
Den Rest der Woche hieß es: Tagsüber wird geworkshoppt, Abends wird getanzt!
Eine kleine Bar nur für uns, eine Latin Night in einem gut besuchten Lokal und ein Standard-House Club mit Albanischer Popmusik, alles war dabei!

Am Ende der Woche sind wir in die nächste Stadt an der Küste gefahren, eine Runde A**-kaltes Meer musste also sein. Bilderbuch-Sonnenuntergang auf dem einsamen Bootssteg inklusive 🙂

Fazit:
Der Flug war ziemlich teuer, aber da man vor Ort erstens für alles gesorgt ist, und zweitens für deutsche Verhältnisse die Preise sehr niedrig sind, ist das für eine ganze Woche exotischen Urlaubs echt ok. Die Woche war ein Erlebnis, von dem ich noch ein halbes Jahr zehren konnte. Wenn du die Möglichkeit hast, ein ähnliches Abenteuer zu erleben: Nicht Zögern! Es lohnt sich! Lerne das EESTEC-Spirit kennen!

Euer Sam